Sina, Gründerin von JUNA, erzählt über Baby Blues und Erwartungen

Liebe Werdende-Mamas, Mamas mit Kinderwunsch und Mamas,


Nicht lange musste ich überlegen, um zu wissen, von welchem Thema ich hier auf diesem Blog berichten möchte. Denn es gibt eine Zeit die mich sehr geprägt hat und die ich gerne mit euch teilen möchte. Dass ich der glücklichste Mensch bin, Mama von zwei wundervollen und gesunden Kindern zu sein steht über allem. Dennoch gab es für mich eine Zeit nach der Geburt meines ersten Sohnes, an die ich mich immer zurück erinnern werde. Ich muss gestehen, ich lebe oft im Moment, mache mir wenig Sorgen oder Gedanken. Möchte Dinge auf mich zukommen lassen. Mache gerne meine Erfahrungen aus Geschehenem, anstatt mich groß auf etwas vorzubereiten.
Natürlich war ich vor der Geburt in einem Geburtsvorbereitungskurs, empfand das aber eher langweilig- zu theoretisch für mich. Ich habe mir aber auch keine großen Gedanken gemacht, dass z.B. das Stillen nicht klappen könnte. Weil ich mich selbst nicht als Menschen kenne, der sich Sorgen macht. Habe ich es mit gewohnter Leichtigkeit einfach auf mich zukommen lassen, wie eben so vieles in meinem Leben. 
Ich hatte eine „schöne“ Geburt, wenn man das so nennen kann. Es hatte alles gepasst, denn ich war frei von konkreten Vorstellungen zur Geburt. Die PDA war gelegt und damit war ich vollkommen fein. Tolle Hebammen, die mich liebevoll unterstützt haben und im richtigen Moment Dampf gemacht haben. Ich erinnere mich zu gut an ein paar Sätze der betreuenden Hebamme, kurz bevor unser Sohn da war. Im Anschluss hatten wir ein Familienzimmer und wurden toll betreut. Als dann irgendwann die Unsicherheit kam, ob alles in Ordnung ist und er genug Milch von mir bekommt, habe ich nachgefragt. Die Hebamme meinte: „Pumpen Sie doch mal ab, dann sehen sie wie viel er schon trinkt“. Ich hatte kein gutes Gefühl dabei und rief meine Nachsorge Hebamme an. Sie beruhigte mich und sagte, dass er keine 24h alt ist. Er fängt erst langsam damit an. Auf keinen Fall abpumpen, dass der Kreislauf nicht gestört wird. Im Nachhinein kann ich sagen, wie so vieles im Leben, ich höre auf mein Herz und mein Gespür und nicht auf jeden noch so gut gemeinten Ratschlag aus dem Umfeld.
Als wir nach der Geburt endlich nach Hause durften war alles verzaubert. Aufregend. Es war der Silvesterabend und das einzige Wichtige für uns war unser Baby. Nachts, während man draußen das Feuerwerk hörte, hatte ich ihn zum ersten Mal versucht zu stillen. Es hat alles gut geklappt und die Tage gingen so voran. Doch ich traute mich niemals raus. Ruhte mich darauf aus, dass ich doch im Wochenbett bin und das vollkommen in Ordnung ist. Ich traute mich kaum, eine Runde stolz spazieren zu gehen mit dem neuen Kinderwagen und dem frisch geschlüpften Baby. „Was, wenn er anfängt zu weinen?“, diese Gedanken gingen mir durch den Kopf. So wie bei der letzten Runde, die wir gedreht haben. Ich war sehr unsicher und durch das Stillen, habe ich mich so gefesselt gefühlt. Oft übermannten mich meine Gefühle und endeten in Heulattacken und ich saß auf dem Boden und aß Nüsse. Für mich einfach doch sehr komische Sachen, die ich so von mir kannte. Nach etwa vier Wochen, sagte meine Hebamme zu mir: „Sina, jetzt geh doch wenigstens mal raus und kauf kurz ein. Du schaffst das!“. 
Sie meinte es nicht böse, sondern wollte mir einfach einen Schubs geben. Sie spürte, dass ich mich selbst so nicht ausstehen konnte. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich alles. Später wusste ich, das Wissen darüber dass ich nicht mehr nur für mich verantwortlich war, brachte mich so sehr aus dem Konzept. "Hey Schatz, ich geh' schnell einkaufen!" - war so nicht mehr möglich. Sondern, da war nun eben ein kleiner Mensch, der mich brauchte. Mit der Zeit kam die Sicherheit. Ich fing an überall zu stillen ganz gleich ob auf dem Feld, im Supermarkt oder im Auto. Meine Erkenntnis nach zwei Kindern: Es braucht Zeit! Zeit um sich als Familie zu finden und für jeden sich an die neue Rolle zu gewöhnen. Ein neues Familienmitglied kommt dazu und da muss man sich einfach neu sortieren. Ich für mich kann sagen, ist dies geschehen, ist es das Schönste auf der Welt. Ein Zauber, etwas Magisches, Momente die einen prägen, wie der Duft der Kinder, den man hoffentlich nie vergessen wird.


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